13F-Filings zeigen, dass Staatsfonds von Abu Dhabi weiter Bitcoin nachgekauft haben. Mubadala Investment vergrößerte die IBIT-Position sogar um fast 50 %. BlackRock-CEO Larry Fink sagte also nicht zu Unrecht im Dezember, dass sich Staatsfonds den Dip zunutze gemacht haben.

Heute ist die Deadline für die sogenannten 13F-Filings für das vierte Quartal 2025. Seit der Zulassung der US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs geben diese Dokumente Aufschluss darüber, welche namhaften Institutionen bei dem Asset zugegriffen oder es vielleicht sogar verkauft haben – zumindest über die neuen Anlageprodukte.

Am Freitag reichte bereits Harvard das 13F-Filing ein. Dadurch wurde ersichtlich, dass die Elite-Universität ihre Anteile an IBIT, dem Bitcoin-Spot-ETF von BlackRock, um mehr als 21 % reduziert hat. Nichtsdestotrotz bleibt IBIT weiterhin Harvards größte Einzelposition.

Larry Finks Ankündigung

Nachdem BlackRock-CEO Larry Fink im Dezember 2025 auf dem „DealBook Summit 2025“ der New York Times mitteilte, dass mehrere Staatsfonds bei der Bitcoin-Korrektur zugegriffen haben, wartete die Bitcoin-Community aber insbesondere gespannt darauf, wen er damit gemeint haben könnte.

Ich kann Ihnen sagen, dass es eine Reihe von Staatsfonds gibt, die in den Startlöchern stehen. Sie haben schrittweise bei 120.000 US-Dollar, bei 100.000 US-Dollar zugekauft – ich weiß, dass sie noch mehr in den 80.000ern gekauft haben. Das ist gut. Und sie bauen eine längerfristige Position auf; sie halten sie über Jahre hinweg. Das ist kein Trade. Sie halten sie zu einem bestimmten Zweck, aber der Markt ist verzerrt, stark gehebelt, und deshalb gibt es mehr Volatilität.
Larry Fink

Vor wenigen Stunden zeigten schließlich Mubadala Investment, ein Staatsfonds von Abu Dhabi, sowie Al Warda Investments, ein Investitionsvehikel des staatlichen Abu Dhabi Investment Council (ADIC), was sich bei ihren zuvor bereits aufgebauten Bitcoin-Positionen getan hat. Und tatsächlich gab es jeweils Nachkäufe des Bitcoin-Spot-ETFs von BlackRock, was darauf schließen lässt, dass Larry Fink genau darauf im Dezember anspielte.

Mubadala Investment

Vergrößerung um 45,6 %

Im Februar 2025 wurde durch das 13F-Filing für Q4 2024 öffentlich, dass Mubadala Investment Bitcoin-Spot-ETFs gekauft hat. Zum 31. Dezember 2024 hielt der Staatsfonds von Abu Dhabi erstmals 8.235.533 Anteile des Bitcoin-Spot-ETFs von BlackRock (IBIT) im Wert von rund 437 Millionen US-Dollar. Im darauffolgenden Quartal vergrößerte Mubadala Investment den Bestand auf 8.726.972 IBIT-Anteile.

Nachdem die Position im zweiten und dritten Quartal 2025 beibehalten wurde, gab es jetzt einen großen Nachkauf. Zum 31. Dezember 2025 hielt der Staatsfonds nämlich 12.702.323 IBIT-Anteile im Gegenwert von mehr als 630 Millionen US-Dollar. Der IBIT-Bestand wurde im vergangenen Quartal also um satte 45,6 % ausgebaut.

Al Warda Investments

Vergrößerung um 3,2 %

Das Anlagevehikel Al Warda Investments, das zur Mubadala-Gruppe gehört, investierte im zweiten Quartal 2025 zum ersten Mal in Bitcoin-Spot-ETFs. Zum 30. Juni 2025 hielt der staatliche Asset-Manager rund 2.411.034 IBIT-Anteile im Gegenwert von knapp 148 Millionen US-Dollar. Im dritten Quartal wurde diese Position auf 7.963.393 IBIT-Anteile mehr als verdreifacht.

Das heute eingereichte 13F-Filing zeigt nun, dass das Investitionsvehikel des ADIC wieder nachgelegt hat. Al Warda Investments wies zum 31. Dezember 2025 nämlich 8.218.712 IBIT-Anteile aus. Dies entspricht einer Vergrößerung um 255.319 IBIT-Anteile respektive um 3,2 %.

Auf US-Dollar-Basis ist die Positionsgröße jedoch aufgrund des im vergangenen Quartal gefallenen Bitcoin-Kurses geschrumpft – von fast 518 Millionen auf etwas mehr als 408 Millionen US-Dollar.

Genau genommen handelt es sich bei Al Warda Investments aber nicht um einen klassischen Staatsfonds. Da es aber ein Investmentarm des ADIC ist, was wiederum ein Staatsfonds und Teil der Mubadala-Gruppe ist, dürfte sich Larry Fink wohl bei seiner Aussage auch auf Al Warda bezogen haben.

Die VAE setzen auf Bitcoin

IBIT ist tatsächlich die einzige Position, die Al Warda Investments in den 13F-Filings berichtet. Das heißt aber nur, dass der „Staatsfonds“ keine anderen meldepflichtigen Wertpapiere hält. Immobilien, „Private Equity“ und Derivate sind nämlich nicht Bestandteil dieser obligatorischen Dokumente.

Letztlich gibt es aber auch klare Anzeichen, dass Abu Dhabi generell große Stücke auf Bitcoin setzt. Ein Sprecher des ADIC erklärte im November gegenüber Bloomberg die Beweggründe der IBIT-Investition von Al Warda Investment mit den folgenden Worten:

Wir betrachten Bitcoin als einen Wertspeicher, ähnlich wie Gold, und da sich die Welt immer mehr in Richtung einer digitalen Zukunft bewegt, sehen wir Bitcoin neben Gold eine zunehmend wichtige Rolle zukommen. Beide Assets tragen zur Diversifizierung unseres Portfolios bei, und wir beabsichtigen, sie im Rahmen unserer kurz- und langfristigen Strategie zu halten.
Sprecher des Abu Dhabi Investment Council

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) halten allem Anschein nach übrigens auch selbst eine Bitcoin-Reserve, die über staatliches Mining-Engagement aufgebaut wurde – und zwar via Citadel Mining, ein Unternehmen, das von der königlichen Familie kontrolliert wird. Ende August 2025 enthüllte die Analyseplattform Arkham Intelligence die vermeintlichen Regierungsbestände, die sich aktuell auf knapp 6.800 BTC im Gegenwert von circa 450 Millionen US-Dollar belaufen sollen. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür bislang aber nicht.

Was Staatsfonds betrifft, ist bislang lediglich bekannt, dass der Staatsfonds von Luxemburg, „Fonds Souverain Intergénérationnel du Luxembourg (FSIL)“, ebenfalls eine Bitcoin-Position über ETFs hält. Diese fällt jedoch mit wenigen Millionen US-Dollar weitaus geringer aus als die von Mubadala Investment oder Al Warda Investments.

Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

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