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Bitcoin steigt auf 24.500 US-Dollar, während die US-Inflation auf 8,5% sinkt

Am von US-Inflation

Die Inflationsrate in den USA verlangsamt sich. Im Juli lag die Teuerungsrate bei 8,5% und ging damit im Vergleich zum Vormonat von 9,1% deutlich zurück. Das erste Mal in diesem Jahr unterbot die tatsächliche Inflation die prognostizierte Inflation, welche 8,7% betrug. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Teuerungsrate in den Vereinigen-Staaten den Peak erreicht hat.

Inflationsdynamik verlangsamt sich

Wie bereits in den letzten Monaten treiben die hohen Energiepreise die Inflation an. Der gesamte Energiesektor verzeichnete einen Preisanstieg in Höhe von 32%. Ausreißer sind hier die Preise für Heizöl und Benzin, welche sich gegenüber dem Vorjahr um 75% und 44% verteuerten.

Zwar sind die Energiepreise noch weit von dem langfristigen 2% Inflationsziel der amerikanischen Zentralbank (FED) entfernt, allerdings gibt die Entwicklung der Kerninflation den Währungshütern Grund zur Hoffnung. Die Kerninflation berücksichtigt die Energie- und Lebensmittelpreise nicht und lag wie im Vormonat bereits bei 5,9%. Eine Stagnation der Kerninflation deutet auf eine Abkühlung der Inflationsdynamik hin.

Zusätzlich sind die fallenden Rohstoffpreise an den Märkten ein weiterer Hinweis, dass die Vereinigten Staaten die inflationäre Phase überstanden haben könnte. Rezessionsängste und eine bevorstehende Abkühlung der Wirtschaft ließen die Preise für Rohstoffe über die letzten Wochen fallen. Für die Unternehmen sinken damit die Produktionskosten, welche zu einem Rückgang der Verbraucherpreise führen.

Überblick über die US-Inflationszahlen der letzten 12 Monate. Quelle: Trading Economics

Der Bitcoin steigt auf 24.500 US-Dollar

Kurz nachdem die Inflationszahlen veröffentlicht wurden, konnte der Bitcoin einen starken Kurszuwachs verzeichnen und knackte die Marke von 24.500 US-Dollar.

Die Inflationszahlen sind derzeit der wichtigste Indikator für zukünftige Entscheidungen der FED. Der gestrige Anstieg des Bitcoinpreises beruht auf der Annahme, dass die Inflation tatsächlich den Peak erreicht haben könnte und die FED bei ihrem nächsten Zinsentscheid im September dies berücksichtigt. Eine sich verstärkende Inflationsdynamik hätte die FED vermutlich gezwungen, die Zinsen noch stärker anzuheben als bisher angekündigt. Aktuell preisen die Märkte zu 60% eine Zinserhöhung von 50 Basispunkten für das nächste FOMC-Meeting ein.

Die Marktakteure spekulieren darauf, dass die FED ihren geldpolitischen Kurs aufgrund der schwächelnden Wirtschaft wieder ändern wird. Eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage würde die FED zwingen, die Zinsen wieder zu senken und den Märkten mehr Liquidität zur Verfügung zu stellen. Die Märkte preisen derzeit nicht die Wirtschaftslage ein, sondern die zukünftigen Entscheidungen der FED.

Der Bitcoin würde vermutlich sehr von der zusätzlichen Liquidität als limitierter Vermögenswert profitieren. Es ist noch zu früh, um von einer Trendwende für den Bitcoin sprechen zu können, aber immer mehr Indikatoren deuten darauf hin, dass die Inflation ihren Höhepunkt vorerst erreicht haben könnte. Ob die Inflation ähnlich wie in den 1970er-Jahren immer wieder schubweise zurückkommen wird, kann zurzeit niemand beantworten. Auch wie sich der Bitcoin langfristig in der derzeitigen Rezession entwickeln wird, kann nicht eingeschätzt werden. Die kurze Corona-Rezession hat aber gezeigt, dass Bitcoin einer der größten Profiteure von expansiven geldpolitischen Entscheidungen sein kann. Zu dieser Zeit stieg der Bitcoin innerhalb von 12 Monaten von 3800 US-Dollar auf über 60.000 US-Dollar.