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Bank of America: „Bitcoin ist auf dem Weg, ein sicherer Hafen und Inflationsschutz zu werden.“

Am von

In einem Report der US-amerikanischen Großbank Bank of America (BofA) wird herausgestellt, dass Investoren Bitcoin zunehmend als einen sicheren Hafen handeln. Das geht aus einem Artikel von Bloomberg über den nicht öffentlich einsehbaren Report hervor. Ein Indiz dafür ist, dass aktuell, in der Zeit makroökonomischer Unsicherheiten, der Bitcoin eine immer stärkere positive Korrelation mit Gold aufweist. Gold gilt seit jeher als ein sicherer Hafen in Krisenzeiten. Zudem behaupten die Analysten, dass Bitcoin aufgrund seiner Eigenschaften ein Inflationsschutz werden kann.

Sicherer Hafen

Als einen sicheren Hafen bezeichnet man Vermögenswerte, die in turbulenten Marktphasen ihren Wert erhalten, oder sogar steigern können. Üblicherweise sind das Gold, Staatsanleihen, bestimmte Währungen oder auch konservative Aktien, wie die von Energieversorgern oder Herstellern von alltäglichen Gebrauchsgütern.

Das heißt aber nicht, dass ein Vermögenswert, der meist eine negative Korrelation zu den Aktienmärkten in Krisenzeiten aufwies, dies auch in Zukunft tun wird. In der aktuellen Marktphase konnten wir beobachten, dass bisher auch die vermeintlich sicheren Häfen deutlich Federn lassen mussten, während auf breiter Front die Aktienkurse fielen.

Anleihen

Tatsächlich ist das Jahr 2022 auch eines der wenigen, in denen der US-Aktienmarkt und auch der US-Anleihemarkt seit Jahresauftakt negativ rentiert haben. Das ist seit dem Jahr 1926 ansonsten nur in den Jahren 1931 und 1969 der Fall gewesen.

Übrigens wurde es im Jahr 1933 in den USA verboten Gold zu halten und im Jahr 1971 wurde die Goldbindung des US-Dollar aufgehoben.

Am häufigsten kommt es vor, dass Anleihen und auch Aktien parallel Kursgewinne verzeichnen können. Wenn aber Aktienkurse fallen, dann war in den meisten Jahren die Rendite des Anleihemarktes positiv. Beispielsweise legte in der Weltfinanzkrise im Jahr 2008 der US-Anleihemarkt um rund 20 % zu.

Performance von den US-Aktienmärkten und den US-Anleihemärkten – Quelle: Twitter

Gold

Gold gilt eigentlich als der klassische sichere Hafen. Der Goldpreis stieg in den letzten Jahrzehnten während der Aktienmarkt schwächelte und vice versa. Zumindest dann, wenn man größere Zeitspannen betrachtet.

In den letzten Jahren konnte aber auch Gold diesem Ruf nicht mehr ganz treu werden. Gold fiel Hand in Hand mit den Aktienmärkten während des Corona-Crashes im März 2020. Danach gingen beide Anlagen in eine Rallye über und seitdem der Wind sich an den Kapitalmärkten gedreht hat, fallen wieder beide Anlagen im Kurs.

Der Aktienmarkt ist in den Abbildungen repräsentiert durch den S&P 500. Dieser ist einer der relevantesten Aktien-Indizes der Welt und bildet 500 große Unternehmen ab, die an den US-Börsen gelistet sind.

Gold vs. S&P 500 seit 1970 – Quelle: TopForeignStocks
Gold vs. S&P 500 seit Mitte 2019 – Quelle: TradingView

Report der Bank of America

Korrelation mit anderen Anlageklassen

In dem Report der Bank of America wird gezeigt, dass in der aktuellen Marktphase der Bitcoin wie ein sicherer Hafen von Investoren gesehen wird. Das machen die Analysten daran fest, dass Bitcoin immer stärker mit Gold korreliert und weniger mit den Aktienmärkten. Laut den Analysten drückt dies ein starkes Vertrauen der Anleger in den Bitcoin aus in dem unsicheren und turbulenten Umfeld.

Bitcoin wies in den letzten Monaten eine sehr starke Korrelation mit dem S&P 500 (SPX) und auch mit dem Aktien-Index Nasdaq 100 (QQQ) auf, der überwiegend aus großen Technologieunternehmen besteht. In den letzten Monaten war diese Korrelation auf einem Höchststand von fast 0,6. Eine Korrelation von 1 würde bedeuten, dass die Kursentwicklung komplett identisch ist. Eine Korrelation von -1 hingegen, dass die Kurse sich exakt in die entgegengesetzte Richtung entwickeln. Die Korrelation des Bitcoin mit Gold (XAU) hat seit Anfang September dieses Jahres nun deutlich an Fahrt aufgenommen.

„Eine Abnahme der positiven Korrelation des Bitcoin mit dem S&P 500 und dem Nasdaq 100 bei einer gleichzeitig ansteigenden Korrelation mit Gold deutet darauf hin, dass Anleger Bitcoin möglicherweise als relativ sicheren Hafen betrachten, da die makroökonomischen Unsicherheiten anhalten und ein Tiefststand in den Aktienmärkten noch zu erwarten ist.Aus der Studie der BofA

Aus dem Report der BofA
Bitcoins Korrelation mit SPX, QQQ, XAU und DYX – Quelle: BofA

Dennoch korreliert der Bitcoin aktuell noch stärker mit den Aktienmärkten (~0,5) als mit Gold (~0,2). Der eigentliche sichere Hafen war in den letzten Monaten aber nicht Gold, sondern der US-Dollar. In dem Chart wird auch die Korrelation des Bitcoin mit dem US-Dollar aufgezeigt, repräsentiert durch die Kursentwicklung vom US-Dollar-Index (DXY). Der DXY bildet die Wertentwicklung des US-Dollar gegenüber anderen Währungen ab. Mit Abstand am höchsten gewichtet ist dabei der Euro.

Die Korrelation zwischen Bitcoin und dem DXY ist negativ. Das sollte einen aber nicht überraschen, da der US-Dollar in den letzten Monaten stark gegenüber anderen Währungen aufwertete, während nahezu alle Vermögenswerte, wie auch der Bitcoin, im Sinkflug waren.

Die Stärke des US-Dollars ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass es in den USA auf sichere Anlagen wie Staatsanleihen höhere Zinsen gibt als etwa in Deutschland, Frankreich oder Japan. Aktuell gibt es auf 2-jährige US-Staatsanleihen rund 4,5 % Zinsen. Auf deutsche Staatsanleihen lediglich 2 %. Zudem ist der US-Dollar die Währung, die weltweit das höchste Vertrauen genießt.

Bitcoin-Preis (blau) vs. US-Dollar-Index (orange) – Quelle: TradingView
Zinsen auf Staatsanleihen (2J): Deutschland vs. USA – Quelle: TradingView

Anleger ziehen Bitcoin von Wechselbörsen ab

Ein weiteres Indiz für die Annahme, dass Bitcoin zum sicheren Hafen wird, ist, dass Marktteilnehmer ihre Bitcoin von den Wechselbörsen abziehen. Laut den Analysten der BofA ist das ein Anzeichen für einen künftig geringeren Verkaufsdruck, da Bitcoin in aller Regel auf den Wechselbörsen verkauft wird.

„Investoren transferieren Coins von den Wechselbörsen auf ihre persönliche Wallet, wenn sie hodln wollen, was auf eine mögliche Verringerung des Verkaufsdrucks hinweist.“

Aus dem Report der BofA
Bitcoin auf Wechselbörsen als Anteil aller Bitcoin – Quelle: Glassnode

Zudem stellen die Analysten heraus, dass es einzigartig ist, bei einem Vermögenswert diese Kapitalflüsse überhaupt beobachten zu können.

„Die Transparenz der Blockchain gibt uns einen Einblick in das Ökosystem des digitalen Vermögenswertes. Das ist bei den traditionellen Finanzmärkten nicht möglich.“

Aus dem Report der BofA

Bitcoin als Inflationsschutz

Auch haben die Analysten etwas dazu zu sagen, ob Bitcoin das Potenzial hat, ein Inflationsschutz zu werden.

„Bitcoin ist ein Vermögenswert mit einer begrenzten maximalen Menge, der eventuell ein Inflationsschutz werden kann.“

Aus der Report der BofA

Inflation war tatsächlich früher der ökonomische Begriff für die Ausweitung der Geldmenge. Heute ist es der Begriff für die Änderungen der Konsumgüterpreise, repräsentiert durch einen Index. Dennoch sprechen wir heute aber auch noch von Inflation, wenn wir etwa die Änderungen der Goldmenge quantifizieren wollen.

Ausgehend von der ursprünglichen Begriffsbetrachtung, ist Bitcoin der Inflationsschutz schlechthin. Die Menge an Bitcoin ist auf knapp 21 Millionen Einheiten begrenzt und keine einzelne Entität wird das jemals ändern können. Bitcoin ist in dieser Hinsicht einzigartig.

Wenn wir das aber auf steigende Konsumgüterpreise beziehen, dann ist der Bitcoin in den letzten Monaten kein Inflationsschutz gewesen. Der Bitcoin ist im Preis gegenüber dem Euro oder auch dem US-Dollar gefallen, während die Konsumgüterpreise, gemessen in den Währungen, stark angestiegen sind. Das liegt daran, dass die Geldpolitik sich dazu genötigt sieht, Maßnahmen einzuleiten, die den steigenden Güterpreisen entgegenwirken sollen. Die Hauptmaßnahme dafür sind Zinsanhebungen, die die kreditgetriebene Wirtschaft abwürgen und auch eine geringere Risikofreudigkeit der Anleger mit sich zieht. Bitcoin wird weitestgehend noch als risikobehafteter Vermögenswert angesehen. Bitcoiner wissen aber, dass Bitcoin aufgrund seiner Grundeigenschaften eigentlich der einzige wirklich sichere Hafen ist. Diese Ansicht ist aber noch alles andere als ein breiter Konsens.

Das Narrativ ändert sich

Die Einschätzungen der Bank of America zeigen wieder einmal, dass Bitcoin nicht unbedingt das Spekulationsobjekt ist, für das so viele den Bitcoin noch halten. In der letzten Zeit mehren sich die Berichte von renommierten Namen, die Bitcoin mittlerweile aus einer anderen Sichtweise als noch vor kurzem üblich betrachten.

Blocktrainer.de berichtete in den letzten Wochen mehrfach über Fälle dieser Art. Erst neulich erklärte der Investment-Gigant Fidelity, dass Bitcoin als Portfolio-Versicherung betrachtet werden kann. Zudem haben die Financial Times und die New York Times in Artikeln herausgestellt, dass der Bitcoin sich in dem Gesamtmarktcrash weit besser hält als Währungen der G7-Staaten oder auch als Staatsanleihen.

Bitcoin wird immer differenzierter betrachtet und das ist auch ungemein wichtig, damit die breite Bevölkerung den wirklichen Sinn hinter Bitcoin versteht.

Fazit

Die Erkenntnisse aus dem Report zeigen, dass die von Bitcoin-Befürwortern erhoffte Entkopplung von den Risiko-Anlagen bevorstehen könnte. Dennoch ist das nur eine Momentaufnahme und sollten die Aktienkurse künftig weiter fallen, dann ist es nicht ausgeschlossen, dass wir auch wieder eine höhere Korrelation zu den Aktienmärkten und somit niedrigere Notierungen beim Bitcoin-Preis sehen werden.

Aus Sicht eines Bitcoiners ist es aber schön zu beobachten, dass das sonst so verfestigte Narrativ, dass Bitcoin nur ein Spekulationsobjekt sei, immer häufiger hinterfragt wird.

Bitcoin ist in seiner Grundform eigentlich ein perfekter sicherer Hafen. In einem auf Kredit basierenden Finanzsystem, dessen Tage gezählt sein könnten, ist Bitcoin ein dezentrales Parallelsystem, das für jedermann jederzeit zugänglich ist.


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