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Amerikanische Zentralbank gibt größten Zinssprung seit Jahrzehnten bekannt

Am von Leitzins USA

Die amerikanische Zentralbank (FED) hat bei ihrem zweiten FOMC-Meeting dieses Jahres die Zinsen um 0,5 Prozentpunkte angehoben. Dies ist der größte Zinssprung seit 22 Jahren. Die traditionellen Märkte und auch der Bitcoin reagierten positiv auf die Meldung.

„Inflation ist viel zu hoch“

Zur Bekämpfung der hohen Inflation hat die Federal Reserve erneut den Leitzins angehoben und damit das zweite Mal seit Beginn der Corona-Pandemie. Der Leitzins liegt nun in der Spanne zwischen 0,75% und 1%. Notenbank Chef Jerome Powell kündigte aber zugleich an, dass dies nicht die letzte Zinserhöhung gewesen sei und erklärte, dass die Inflation viel zu hoch sei. Die US-Inflation erreichte im März 8,5% und ist damit auf dem höchsten Stand seit mehr als 40 Jahren.

Analysten rechnen damit, dass auch beim nächsten FOMC-Meeting im Juni die FED den Leitzins erneut um 0,5 Prozentpunkte anheben wird. Die Anhebung des Zinssatzes ist aber nicht der einzige monetäre Schritt, den die Währungshüter zur Bekämpfung der Inflation unternehmen möchten. So will die amerikanische Zentralbank ab Juni monatlich Anlagen im Wert von 47,5 Milliarden US-Dollar auslaufen lassen und damit ihre Bilanzsumme verkleinern. Bis September soll die monatliche Summe dann auf 95 Milliarden US-Dollar ansteigen.

Als Grund für die hohe Inflation nannte Powell den Ukraine-Krieg sowie die anhaltenden Lieferkettenprobleme durch die Lockdown Strategie Chinas. Powell bestätigte ebenfalls, dass es oberste Priorität sei, die Inflation zu senken. Vor allem im Hinblick auf die im November stattfindenden Midterm-Wahlen dürfte der Druck auf die Währungshüter noch weiter steigen.

Bitcoin reagiert positiv auf die Meldung

Die Märkte reagierten positiv auf Zinserhöhung der FED. Dies dürfte vor allem daran liegen, dass die Zinsentscheidung der amerikanischen Zentralbank von den Märkten bereits eingepreist wurde. Es gab lediglich eine kleine Ungewissheit, ob die FED einen Zinsschritt von 0,75% ankündigen wird. Dies hätte für viel Unsicherheiten an den Märkten gesorgt. Powell bestätigte gestern, dass ein solch hoher Zinssprung für die nahe Zukunft nicht geplant sei.

Der Bitcoin reagierte ebenfalls positiv auf die Meldung der Zentralbank und konnte kurzzeitig die Marke von 40.000 US-Dollar knacken. Dies dürfte aber primär an der Reaktion der traditionellen Märkte liegen. Seit Wochen weist der Bitcoin eine sehr hohe Korrelation zu den restlichen Märkten auf, primär zum Technologieindex NASDAQ.

Die Entscheidungen der Federal Reserve dürften auch über die nächsten Wochen die Entwicklung des Bitcoin-Preises beeinflussen. Solange die FED die monetären Zügel anzieht und die Liquidität senkt, wird es auch der Bitcoin schwierig haben neue Höchststände zu erreichen. Die Frage ist nur, wie lange die amerikanische Notenbank dieses Spiel noch weiterspielen kann. Denn schließlich bringt jede monetäre Straffung die Gefahr einer Rezession mit sich. Der amerikanischen Zentralbank steht weiter ein Drahtseilakt zwischen der Bekämpfung der Inflation und der Vermeidung einer Rezession bevor.