Hast du den Begriff “Arbitrage” schon einmal gehört? Was ist eigentlich Abitrage-Trading und wie unterscheidet sich diese Handelsstrategie von anderen? Mehr dazu erfährst du in folgendem Artikel.

Eine kurze Definition zum Arbitrage Trading

Das Wort Arbitrage kommt ursprünglich vom italienischen Wort: “arbitrio” und bedeutet soviel wie “freies Ermessen” oder “freier Wille”. Du kannst dir in der Praxis Arbitrage Trading wie folgt vorstellen: Ein Händler versucht aufgrund von Kurs-, Preis- und Zinsunterschieden einen Gewinn zu erzielen. Dabei kann ein Händler mit allen Vermögenswerten Arbitrage betreiben, solange der Markt, aufgrund von Preisunterschieden, dies zulässt. In der Praxis kannst du es dir z.B. so vorstellen, dass das neue Iphone bei einem Händler 20€ günstiger ist, als bei allen anderen Händlern, da dieser evtl. ein spezielles Sonderangebot hat. Wenn du nun beim günstigen Händler das Iphone günstig einkaufst und direkt zum eigentlichen Marktpreis weiterverkaufst, hast du in gewisser Weise Arbitrage betrieben, da du Preisunterschiede zu deinem Vorteil ausgenutzt hast.

Du kannst zwischen verschieden Arten von Arbitrage Trading unterscheiden. Diese sind:

  • Differenzarbitrage: Zum selben Zeitpunkt wird ein Vermögenswert an Börse A gekauft und gleichzeitig an Börse B verkauft. Analog verläuft im Arbitrage Trading ein Leerverkauf = (also der Verkauf eines Vermögenswertes, um diesen später wieder günstiger zurückzukaufen)
  • Ausgleichsarbitrage: Ein Vermögenswert kosten zu einem bestimmten Zeitpunkt auf Börse A = 1.2 USD und auf Börse B = 0,8 USD. Beim Ausgleichsarbitrage wird der günstigste Anbieter gesucht (also Börse B) und dort das Geschäft abgeschlossen. Wir haben hier keinen simultanen Gegenkauf wie beim Differenzarbitrage.
  • Zeitarbitrage: Genau genommen ist dies keine echte Arbitrageform. Hier wird ein Gewinn erzielt, indem Transaktionen mit einem gewissen zeitlichen Abstand gehandelt werden.
  • Reimporte nutzen Preisschwankungen bei bestimmten Gütern aus.
  • Steuerarbitrage: Nutzt die steuerlichen Unterschiede verschiedener Länder aus. Steuerausweichhandlungen sind hier vor allem die Stichworte.

Arbitrage Trading im Kryptomarkt

Besonders die Kryptowährungs-Arbitrage lohnt sich im Vergleich zu anderen Märkten besonders. Durch den relativ jungen Markt, der geringen Marktkapitalisierung im Vergleich zu anderen Märkten und den daraus resultierenden hohen Preisschwankungen, lässt dem Arbitrageur viel Spielraum, um Preisunterschiede von verschiedenen Börsen für sich nutzen zu können.

Die wichtigsten Werkzeuge der Arbitragehändler sind die Order Books (z. dt. Auftragsbücher) der einzelnen Kryptowährungsbörsen. Wenn du noch nicht weißt, was ein Order Book ist, schau dir unseren Artikel dazu an!

Arbitrage-Strategien

Ein Händler kann nun mehrere Order Books von unterschiedlichen Börsen miteinander vergleichen. Findet er Preisabweichungen bei einem Kryprowert, kann der Händler versuchen, diesen zu einem günstigeren Preis bei der ersten Börse zu kaufen. Dieser muss anschließend auf die zweite Börse verschickt werden, um ihn dort wieder teurer zu verkaufen.

Eine andere Strategie, die Händler gerne nutzen, ist die dreieckige Krypto-Arbitrage (engl. Crypto Triangular Arbitrage). Hier kann der Händler entweder mit mehreren Börsen arbeiten oder nur eine einzige Börse nutzen. Ausgangspunkt sind drei unterschiedliche Kryptowährungen. Dadurch, dass die Handelspaare der einzelnen Währungen preislich schwanken, erzielt der Händler am Ende einen Gewinn. Das Grundprinzip ist einfach und lässt sich an folgendem Beispiel leicht erklären: Ausgangspunkt ist in unserem Beispiel 1 Ethereum. Wir tauschen in “10 Coin A” und kaufen davon 0,1 Bitcoin. Im Anschluss werden die 0,1 Bitcoin in 2 Ethereum getauscht.

Aus 1 Ethereum hat der Händler am Ende 2 Ethereum gemacht. Die Preise sind natürlich fiktiv und die Gewinne sind in echt nur ein Bruchteil so hoch wie in unserem Beispiel.

Eine komplexere Strategie ist die statistische Arbitrage. Meistens wird diese über Trading-Bots realisiert, da viele mathematische Berechnungen vonnöten sind. Die Strategien der Bots basieren auf historischen Informationen, die statistisch einen Vorteil besitzen. Dazu werden möglichst viele Kryptowährungs-Paare bewertet, um Korrelationseffekte zu anderen Kryptowährungs-Paaren herauszufinden.

Folgende Abbildung zeigt dir Korrelationen mehrerer Kryptowährungen untereinander.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=Q440W5p8YIQ

Korrelieren zwei Kryptowährungspaare stark, so kann eine kurzfristige Abweichung dazu genutzt werden, um unterbewertete Kryptowährungen zu kaufen, während überbewertete Kryptowährungen leerverkauft (engl. shorten) werden, bis sich die Preise der Kryptowährungspaare wieder angleichen.

Wie dies aussehen kann, kannst du dir in folgender Abbildung ansehen:

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=Q440W5p8YIQ

Bitte beachte: Dies ist keine Empfehlung um mit Trading zu beginnen. Dieser Artikel dient lediglich zur Aufklärung. Die Studie “The Cross-Section of Speculator Skill Evidence from Day Trading” zeigt deutlich, dass 85 % der Trader langfristig Geld verlieren und nur 1 % konnten langfristig profitabel Gewinne erzielen. In einer anderen Studie: “Do Day Traders Rationally Learn About Their Ability?” waren sogar 98 % der Trader langfristig unprofitabel.

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