Als typische Krypto-Enthusiasten lesen wir ständig interessante News rund um Bitcoin, Blockchain & Co. Doch was passiert eigentlich in der Welt da draußen? Inwieweit hat die Blockchain-Technologie in unserer Wirtschaft schon Fuß gefasst? Oder ist der Hype aus 2017 um “die Blockchain” bereits verblasst und Unternehmen interessieren sich garnicht mehr für dezentrale Technologien?

Meine Recherche führte mich schließlich zu dem Ergebnis, dass Unternehmen noch immer an dezentralen Technologien interessiert sind. Aber ich kam auch zu der Erkenntnis, dass sie andere Lösungen präferieren werden und vieles anders kommen wird, als einige von uns glauben mögen. Viele Coins und Token werden wohl nie in der Realwirtschaft ankommen, da Unternehmen an eigenen Lösungen arbeiten oder Dachprojekte wie Hyperledger verwenden. Eine Open Source Lösung, die jetzt schon mehr Partner hat als jedes andere Coinprojekt auf coinmarketcap.com.

Im folgenden Artikel stelle ich euch vor, welche fünf Unternehmen hinsichtlich der Blockchain-Technologie dennoch einen genaueren Blick wert sind.

IBM

IBM – Wikipedia

Das börsennotierte Unternehmen IBM (kurz für International Business Machine Corporation) hat seinen Hauptsitz in New York und ist ein US-amerikanisches IT und Beratungsunternehmen.

Das Unternehmen gründete sich im Jahr 1911 und konzentrierte sich in der Anfangszeit hauptsächlich auf die Herstellung von Lochkarten. Der größte Erfolg des Unternehmens gelang 1975, als IBM den ersten tragbaren Computer veröffentlichte.

Mittlerweile ist IBM ein gigantischer Technologie-Konzern geworden. Neben Cloud-Computing, Künstlicher Intelligenz (Watson), Cybersicherheit und vielen weiteren IT-Dienstleistungen, arbeitet IBM auch an dezentralen Lösungen, die über eine Blockchain realisiert werden sollen.

Mit dem Projekt “IBM Food Trust” will das Unternehmen eine Logistik Verfolgung mit der Blockchain abbilden. Dadurch sollen Konsumgüter nachverfolgt und zertifiziert werden können. Des Weiteren bietet IBM mit dem LinuxONE für Unternehmen die dazu passenden Serversysteme an, auf denen die Blockchains gespeichert werden können.

IBM ist außerdem Gründungsmitglied des von der Linux Foundation entwickelten Hyperledger Projektes.

Hyperledger

Durch Hyperledger Fabric möchte IBM ein Framework schaffen, um genehmigungsbasierte Blockchain-Netzwerke aufsetzen zu können. Hyperledger Fabric ist eine auf Unternehmen spezialisierte DLT-Plattform, die Modularität und Vielseitigkeit für eine breite Palette von Anwendungsfällen in der Industrie bietet. Die modulare Architektur von Hyperledger Fabric trägt der Vielfalt der Anwendungsfälle in Unternehmen durch Plug-and-Play-Komponenten Rechnung, wie z. B. Konsens, Datenschutz und Mitgliedschaftsdienste.

Zur Umsetzung der Pläne holte IBM im Jahr 2019 das auf Linux spezialisierte Unternehmen “Red Hat” ins Boot, welches für 34 Milliarden US Dollar aufgekauft wurde.

Stellar

Durch Zusammenarbeit mit Stellar entwickelte sich die IBM World Wire. Ziel dieser Kooperation ist es, ein Konkurrenzprodukt zu Ripple (mit xRapid) und dem Zahlungsnetzwerk SWIFT zu schaffen.

Dieses Projekt soll grenzüberschreitende Zahlungen in Sekunden ermöglichen, wobei kein Drittanbieter an den Transaktionen beteiligt ist. Außerdem steht eine deutliche Senkung von Transaktionskosten ebenfalls im Vordergrund.

Die Aktiengesellschaft IBM

Der aktuelle Aktienkurs von IBMs (122.30 USD, 30.07.2020), sieht alles andere alls positiv aus.

Seit den Höchstkursen aus dem Jahr 2013 befindet sich IBM in einer stetigen Abwärtsspirale. Auch stetige Aktienrückkäufe konnten an dieser Situation nichts ändern. Nachdem das Orakel von Omaha “Warren Buffet” dem Unternehmen den Rücken gekehrt hat, glauben viele nicht mehr an eine rosige Zukunft. Es wird schon als sogenanntes “Zombie-Unternehmen” bezeichnet, welches nur noch aufgrund seiner derzeitigen Größe existiert.

Viele Aktionäre gaben der ehemaligen CEO Virginia Rometty die Schuld an dem schlechten Verlauf der Aktie. Mit ihrem Rücktritt kam im Januar 2020 der neue CEO Arvind Krishna. Nun wird sich zeigen, ob die neue Führung wieder Wind in die Segel von IBM bringen kann.

Bitfinex (iFinex Inc.) 

Bitfinex Asset Trading Plattform Logo

Das Unternehmen iFinex Inc. ist ein auf den British Virgin Islands registrierter Konzern. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Hongkong. Bekannt wurde iFinex Inc. durch die Kryptowährungsbörse* Bitfinex, die seit 2014 die größte Bitcoin-Börsenplattform ist. Im folgenden Schaubild ist die Verteilung der Marktanteile der größten Kryptobörsen dargestellt.

Bitfinex hat dabei einen Marktanteil von derzeit 29,22%, was aus folgender Tabelle ersichtlich ist:

*Kryptowährungsbörsen zeichnen sich dardurch aus, dass der Handel direkt mit Kryptowährungen stattfindet und nicht indirekt über Kryptowährungsderivate.

Neben direktem Trading besteht bei Bitfinex die Möglichkeit, Kryprowährungen zu verleihen oder direkt zu kaufen.

Tether Limited Company

Die Tochterfirma Tether Limited Company entwickelte den Stablecoin Tether, der 1:1 den US-Dollar abbildet. Zurzeit ist Tether mit 10 Milliarden Marktkapitalisierung der größte Stablecoin und die viertgrößte Kryptowährung gemessen an seiner Marktkapitalisierung.

Schaut man sich an, durch welche Währungen das meiste Geld in den Kryptomarkt fließt, zeigt sich, dass Tether am häufigsten verwendet wird. Dadurch wird Tether sehr wichtig als Eintrittsbarriere.

Neben Tether existiert noch Tether Gold, der mit physischem Gold gedeckt ist und 1:1 den Goldpreis darstellt.

Kritik

Besonders Tether ist einer der größten Gefahrenherde im Kryptobereich. Der Stablecoin stand schon mehrfach in der Kritik.

Im Jahr 2019 fehlten 850 Millionen US-Dollar, die dafür gedacht waren, den Stablecoin abzudecken. Da Bitfinex zu dieser Zeit in finanzielle Engpässe fiel, zogen sie diese Gelder über eine Drittfirma ab, um liquide bleiben zu können. Die Drittfirma verschwand aber mit dem Geld und hinterließ eine große Finanzlücke.

Daraufhin änderte Tether seine Auflagen, sodass der Coin nicht mehr allein über den US-Dollar abgedeckt ist, sondern jetzt auch über andere Kryptowährungen und Kredite.

Da Bitfinex immer noch unter Liquiditätsproblemen litt, starteten sie einen Tokensale des Communitycoins UNUS SED LEO (ein lateinisches Zitat aus dem Aesops „Die Sau und die Löwin”), der dem Unternehmen 1,85 Milliarden US-Dollar einbrachte.

Dieser soll, ähnlich wie der Binance-Coin, dem User Vorteile beim Handel auf Bitfinex ermöglichen, Rabatte bei Ordergebühren und beim Kauf von Tether. Außerdem soll die Coinmenge nach und nach verbrannt werden.

Digital Currency Group

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Die Digital Currency Group (DCG) ist die größte Risikokapitalgesellschaft im Bereich digitaler Währungen. Der Sitz des Unternehmens befindet sich in New York. Der Konzern hat in zahlreiche Unternehmen investiert und besitzt mit Grayscale, Genesis-Traiding und Coindesk, drei Tochterunternehmen. Das Portfolio der DGC umfasst derzeit 141 Unternehmen und Projekte.

Der Konzern wird von einem erfahrenen Verwaltungsrat geleitet, der sich aus den Bereichen Finanzdienstleistungen, Wissenschaft und Regierungen zusammensetzt.

Grayscale

Grayscale wurde 2013 von der Digital Currency Group gegründet. Das Unternehmen verwaltet Krypto-Investmentsfonds und ermöglichte es institutionellen Anlegern zum ersten Mal, über Finanzprodukte in den Kryptomarkt einzusteigen. Der Bitcoin Investment Trust (GBTC) war der erste aufgesetzte Bitcoin-Fond überhaupt.

Derzeit liegt die Gesamtkapitalisierung aller Investmentfonds bei 5,1 Milliarden US-Dollar.

Genesis

Genesis ist der erste US-amerikanische OTC-Bitcoin-Traiding-Desk und wurde 2013 gegründet. Ein OTC-Desk ermöglicht einen außerbörslichen Handel mit Kryptowährungen.

Coindesk

Coindesk ist eine der größten Medienplattformen für Kryptowährungen. Das Unternehmen möchte mit Nachrichten, Daten, Veranstaltung und Bildung den Nutzer über die aktuellsten Ereignisse am Krypromarkt informieren.

Blockstream

Blockstream – Wikipedia

Blockstream ist ein Technologieunternehmen in Victoria, Kanada, das von bekannten Vertretern des Bitcoin-Core-Development-Teams, darunter Adam Back, Erik Svensen und Pieter Wuill gegründet wurde.

Das Unternehmen unterstützt als größter Geldgeber die Entwicklung von Bitcoin. Außerdem arbeitet Blockstream selbst an Bitcoin-Anwendungen, wie Liquid, dem Lightning Network, Bitcoin-Satelliten und vielen weiteren Projekten.

Liquid Network

Das Liquid Network ist eine Blockchain (eine sogenannte Sidechain), die mit der Bitcoin-Mainchain interagiert. Diese Liquid-Sidechain ermöglich einen Transfer von Bitcoins zwischen der Mainchain und der Sidechain.

Auf der Sidechain soll es kostengünstig möglich sein, sogenannte Liquid-Bitcoin schnell untereinander zu verschicken und so das Skalierungsproblem von Bitcoin zu lösen.

Das Liquid-Network wird von einem Konsortium mehrerer Unternehmen geleitet. Dies ist auch der größte Kritikpunkt an Liquid, da dieses Konsortium zu viel Zentralisierung führt.

Bitmain

Bitmain Technology Holding Company ist ein multiinternationales Halbleiterunternehmen und wurde 2013 gegründet. Die Produktpalette geht von Chips, Server und Cloudlösungen, die für Blockchain-Anwendungen und künstliche Intelligenz verwendet werden.

ASIC-Miner

ASICs sind die leistungsstärkste Hardware im Bereich Bitcoin-Mining. Unter dem Namen Antminer vertreibt Bitmain seine Mining-Produkte und produziert damit 75% des weltweiten Bedarfs. Der zurzeit leistungsstärkste ASIC ist der Antminer T19 mit einer Leistung von 84 Terahashes pro Sekunde.

Falls du dich jetzt fragst, was ein ASIC-Miner ist und wie dieser funktioniert, kann dir folgender Artikel aus unserer Blocktrainer1x1-Reihe bestimmt weiterhelfen.

Mining Pools

Bitmain verwaltet mehrere Mining Pools. Mit BTC.com und AntPool besitzt Bitmain zwei der größten Mining-Pool für Bitcoin. Derzeit beträgt der Anteil des BTC.com-Pools 13,4% und des Antpools 11,8%.

Fazit

Die Recherche für diesen Artikel hat mir gezeigt, dass sich bereits viele Unternehmen im Bereich Blockchain angesiedelt haben, um an diesem noch sehr jungen Markt partizipieren zu können. Dabei haben es einige geschafft, sich schon einen ordentlichen Marktanteil zu sichern.

Ob diese Unternehmen auch noch in zehn Jahren die Größten sind, bleibt abzuwarten. Vielleicht haben sich bis dato ganz andere Konzerne etabliert, die den Markt anführen werden.

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