Die Frage “Was ist Geld?” scheint für viele Leute auf den ersten Blick, nicht besonders knifflig zu sein, da Geld doch etwas ist, was wir nahezu täglich benutzen. Die meisten denken beim Wort “Geld” wahrscheinlich zunächst an Münzgeld oder Banknoten.
Aber bei genauerer Betrachtung kann man erkennen, dass wir den Begriff “Geld” in unterschiedlicher Weise verwenden können, was auf den unterschiedlichen Funktionen gründet, die Geld inne hat.

Funktionen des Geldes

Geld ist ein allgemein akzeptiertes Tausch- und Zahlungsmittel und dient dem Austausch und dem Erwerb von Gütern und Dienstleistungen. Es ist auch Wert- und Preismaßstab sowie Recheneinheit, indem es der Bewertung und dem Vergleich von Gütern und Leistungen dient. Geld als Wertaufbewahrungsmittel heißt, dass das für den Verkauf von Gütern und Dienstleistungen empfangene Geld die erbrachte Leistung speichert.

Als Tausch- und Zahlungsmittel erleichtert Geld den Handel indem es das Problem des “doppelten Zusammentreffens von Bedürfnissen” löst, welches beim Tauschhandel auftreten kann. Es ist in der Realität nicht immer gegeben, dass sich die Bedürfnisse von zwei Handelspartnern decken damit ein Handel stattfinden kann. Geld löst dieses Problem.
Beispiel: Anna hat einen Apfelbaum im Garten und Bert ist Imker und hat eine Menge Honig übrig. Nur wenn Bert zum gleichen Zeitpunkt ein Bedürfnis nach Äpfeln hat, zu dem Anna ein Bedürfnis nach Honig hat, wird ein Handel stattfinden.

Geld als Recheneinheit vereinfacht das Wirtschaftsleben erheblich, weil es den Wert von Waren vergleichbar macht. Ohne Geld müssten stets die einzelnen Tauschverhältnisse untereinander bestimmt werden. Eier in Äpfel, Äpfel in Honig, Eier in Honig, Äpfel in Salz usw.
Bei 10 Waren wären das schon 45 verschiedene Tauschverhältnisse, bei 100 Waren 4950 und bei 1000 Waren sogar fast 500.000 verschiedene Tauschverhältnisse. Wer soll denn da noch den Überblick behalten?
Mit Geld als Recheneinheit können also auch sehr unterschiedliche Dinge miteinander verglichen werden, etwa der Preis für Arbeit mit dem Kaufpreis eines neuen Autos.

Geld als Wertaufbewahrungsmittel erlaubt es uns Wert über einen längeren Zeitraum (z.B. für größere Anschaffungen) anzusparen. In der Regel liegt zwischen dem Verkauf und Kauf von Gütern ein längerer Zeitraum und das für den Verkauf von Gütern (oder Arbeitskraft) empfangene Geld speichert die erbrachte Leistung. Voraussetzung dafür ist Stabilität des Geldwertes, d. h., es verliert durch Preissteigerungen nicht an Kaufkraft. Bei nicht gegebener Preisstabilität erhält ein Käufer bei späterem Kauf weniger Güter, als er selbst geliefert hat. Die Folge ist eine Gefährdung der Zahlungsmittelfunktion des Geldes.

Unter normalen Bedingungen, d. h. in Zeiten stabilen Geldes, treten die genannten Funktionen gleichzeitig in Erscheinung. Unter anormalen Bedingungen ist das nicht der Fall.

So war beispielsweise in der Zeit der Inflation Anfang der 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts in Deutschland der Dollar die Recheneinheit, die Mark Zahlungsmittel und Sachwerte oder fremde Währungen wurden Wertaufbewahrungsmittel.

Eine Währung ist kein Geld

Eine Währung ist eine Gewährleistung und beschreibt, die Verfassung und Ordnung von Geld in einem Staat. Der wohl bedeutendste Unterschied zwischen Geld und Währung liegt in ihrem Wert. Während Geld einen festen, unveränderlichen Wert besitzt, handelt es sich bei einer Währung lediglich um die Darstellung eines Wertes, der sich im Laufe der Zeit verändern kann. Eine Währung beschreibt also die gesetzlichen Rahmenbedingungen, mit denen das Geldwesen definiert ist. Unterschiedliche Personen oder Gruppen können aber auch ihre eigenen Arten von Geld kreieren. In diesem Fall sprichst du von einer Währung.

Vom Tauschgeschäft zum Gold

Tausende von Jahren waren Menschen damit zufrieden, ihr Gut direkt ein anderes Gut umzutauschen. Ein Bäcker produzierte sein Brot und konnte einen Teil seiner Produktion direkt in Milch oder Felle eintauschen. Heute würde man sagen, die Güter fungierten als eine Art Währung. Das Problem hierbei war jedoch, dass immer ein “doppeltes Zusammentreffen von Bedürfnissen” vorliegen musste. Das bedeutet es mussten immer beide Parteien zum gleichen Zeitpunkt ein Bedürfnis genau nach dem Gut haben, das der jeweils andere anzubieten hatte.

2000 v. Chr. begannen die Menschen damit, sich auf ein gemeinsames Geld zu einigen, “Gold”!
Der Grund war klar:

Gold erfüllt alle drei Eigenschaften von Geld.

  • Es dient als gutes Wertaufbewahrungsmittel. Gold bleibt beständig, kann nicht reproduziert werden, verdirbt nicht und kann nicht sterben. Du benötigst Energie, um das Edelmetall aus dem Boden zu fördern und es ist begrenzt auf der Erde verfügbar.
  • Es funktioniert als gutes Transportmedium. Mit 19,3 g/cm³ besitzt Gold eine hohe Dichte und kann dadurch ziemlich platzsparend gelagert und transportiert werden.
  • Es dient gut als Rechnungseinheit, denn jeder Unze wird der gleiche Wert zugesprochen.

Ist Bitcoin Geld?

Bitcoin bringt tatsächlich NOCH nicht alle Eigenschaften von Geld mit sich, hat jedoch die besten Voraussetzungen um einmal Geld zu werden.

Bitcoin ist auf 21.000.000 BTC, wenn man es genau nehmen möchte, nur auf 20.999.999,97690000 BTC begrenzt, was es zum rarsten Wirtschaftsgut der Erde macht.

Das wird sich nie ändern, es sei denn, ein globaler, sozialer Konsens entscheidet anders darüber, was mit der Zunahme des Netzwerkes mehr und mehr unwahrscheinlicher wird. Das ist die Macht von dezentralisierten Systemen.

Bitcoin ist dadurch das “härteste” Geld und frei nach der österreichischen Schule der Nationalökonomie: “In einem freien Markt wird das härteste Geld automatisch gewinnen”.

Bitcoin ist also grundsätzlich ein gutes Wertaufbewahrungsmittel!!!

Natürlich könnte man nun die Volatilität anführen, um dem zu widersprechen. Jedoch solltest du dir bewusst sein, dass sich Bitcoin derzeit noch in einer frühen Phase der Geldwerdung befindet und die Volatilität mit steigender Nutzung automatisch abnimmt.

Bitcoin ist außerdem ein sehr gutes Transportmedium. Es ist viel einfacher zu transportieren als z.B. Gold und kann in sehr kurzer Zeit mit minimalem Aufwand über enorme Distanzen transportiert werden.

Zwei grundlegende Eigenschaften, die Bitcoin noch dazu fehlen um als vollwertiges Geld angesehen werden zu können sind die allgemeine Akzeptanz und die Funktion als Recheneinheit. Zwar gibt es immer mehr Menschen, die Bitcoin benutzen und als Geld anerkennen, um von einer allgemeinen Akzeptanz sprechen zu können ist die Marktdurchdringung noch deutlich zu gering.

Außerdem wird Bitcoin bzw. werden Satoshis, abgesehen von einigen Bitcoin-Enthusiasten, noch nicht als Recheneinheit verwendet. Selbst in designierten Shops wie www.shopinbit.de oder www.satoshigoods.de werden die Preise in Euro und nicht in BTC oder Sats angegeben.
Durch die mögliche Unterteilung in acht Nachkommastellen kann man Bitcoins aber so weit Stückeln, dass es sich grundsätzlich sehr gut als Recheneinheit verwenden lässt – sobald die Akzeptanz weiter steigt.

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Ist für dich Bitcoin schon Geld? Glaubst du, dass Bitcoin unser bisheriges Geldsystem verändern wird? Diskutiere mit uns und Schreib deine Meinung gerne in unser forum.blocktrainer.de.

P.S. Bis zum 16.07.2020 gibt es wieder 20% Rabatt im Ledger-Shop für den Ledger Nano X. Die Aktion ermöglicht es dir zusätzlich für deinen Lieblingscoin abzustimmen. Im folgenden Artikel zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du teilnehmen kannst.

Autor

Vor einigen Jahren in das Bitcoin - "rabbit hole" gefallen und seitdem keinen Weg nach draußen gefunden.