Das sogenannte “Pump-and-Dump” (PnD) ist ein Betrugsschema aus dem Bereich des Aktien- und Wertpapierhandels, welches sich jedoch auch im Bereich der Kryptowährungen in den letzten Jahren großer Beliebtheit bei Betrügern erfreute. Obwohl viele dieser “Pump-and-Dumps” geplant sind und sogar öffentlich in sozialen Medienkanälen angekündigt werden, gibt es viele Menschen, die diese Informationen nicht haben und zum Betrugsopfer werden. Da der Markt für Kryptowährungen immer noch weitestgehend unreguliert und eine relativ kleine und geschlossene Gemeinschaft ist, ist die Durchführung eines PnD besonders einfach.

Wie funktioniert ein Pump-and-Dump?

Bei einem PnD-Schema wird der Kurs einer Kryptowährung durch falsche, irreführende oder übertriebene Angaben zum Kurs des Coins/Tokens künstlich aufgebläht (“gepumpt”). Der Betrüger kann von der Preisinflation profitieren, indem er seine zuvor günstig erworbenen Funds schnell zu einem hohen Preis verkauft (“dumpt” = en. “abstoßen”).

Gleichzeitig wird der neue Eigentümer der Coins wahrscheinlich einen wesentlichen Teil seines Kapitals verlieren, da der Kurs der entsprechenden Kryptowährung in der Regel sehr schnell fallen wird.

In regulären und regulierten Wertpapiermärkten ist dieses Vorgehen höchst illegal. Der Kryptomarkt hingegen ist leider noch weitestgehend “Wilder Westen”, was derartige Vorgehensweisen betrifft. Es ist also höchste Vorsicht geboten!

Das System beinhaltet häufig die Manipulation von Kryptowährungen, die keine große Community und nur eine sehr geringe Marktkapitalisierung haben. Daher können die Informationen über die Coins/Token von den Betrügern leicht manipuliert werden. Der Mangel an öffentlichen Informationen schafft zusätzlich günstige Bedingungen für Betrüger, da potenzielle Investoren nicht über genügend Quellen Kenntnis haben, um alle verfügbaren Informationen über das entsprechende Projekt zu überprüfen.

Darüber hinaus sind diese “Microcap”-Coins hochgradig illiquide mit extrem niedrigem Handelsvolumen. Daher können selbst relativ kleine Transaktionen den Preis des Wertpapiers erheblich in die Höhe treiben, was die “Arbeit” der Betrüger enorm vereinfacht.

Beispiel: König der Pumper & Dumper

John McAfee – Wikipedia
John McAfee

John McAfee, der britisch-amerikanische Unternehmer und Entwickler einer sehr bekannten Antiviren-Software, erlangte vor allem im Spätherbst des Jahres 2017 traurige Berühmtheit im Kryptospace in Bezug auf Pump-and-Dump-Schemata.

Er ließ sich von kleinen und unbekannten Projekten dafür bezahlen, um seine Reichweite – und bis dato noch relativ gute Reputation – zu nutzen und deren Coin oder Token bei Twitter und auf seinen anderen sozialen Kanälen als “next big thing” oder “Bitcoin-Killer” zu propagieren. Meist sprach er auch direkt Kaufempfehlungen für die entsprechende Kryptowährungen aus und verleitete somit Leute dazu, die nutzlosen Coins zu “pumpen”. Er selbst sowie die Herausgeber der Coins hatten sich natürlich bereits vorher günstig eingedeckt und konnten somit rechtzeitig “dumpen”.

Vorsicht vor FOMO!

Die Angst, mögliche Gewinne zu verpassen [=fear of missing out (fomo)], ist besonders bei Anfängern und Neulingen im Bereich der Kryptowährungen sehr stark vorhanden. Leider ist es auch genau diese FOMO, die Leute dazu verleitet Opfer von Pump-and-Dump-Systemen zu werden.
Sieht man als Anfänger einen Coin, der innerhalb kürzester Zeit um 100% oder mehr gestiegen ist, liegt es nahe, dass man an den Gewinnen teilhaben möchte. Leider ist ein Investment zu einem derartigen Zeitpunkt meist die falsche Entscheidung, da nach einer längeren “Pump”-Phase eben oft die schnelle “Dump”-Phase folgt. Auf Indikatoren wie die Höhe des Handelsvolumens etc. achtet man als Neuling in der Regel auch nicht, weswegen es immer wieder Menschen gibt, die auf derartige Betrugsmaschen hereinfallen.

Ablauf eines Pump-and-Dump-Schemas

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Autor

Vor einigen Jahren in das Bitcoin - "rabbit hole" gefallen und seitdem keinen Weg nach draußen gefunden.