Was sind Seeds und was ist ein HD-Wallet?
Wenn ihr euch diese Frage mit “weiß nicht” oder “so ganz hab ich das Thema noch nicht verstanden” beantwortet, dann passt jetzt genau auf! Wir werden euch in diesem Artikel dazu aufklären.

Seeds begegnen euch immer dann, wenn ihr euer Hard- oder Software-Wallet zum ersten Mal konfiguriert. Ihr schreibt euch 24 Wörter auf mit dem Hinweis diese Wörter sicher irgendwo aufzubewahren.

Aber braucht man nicht eigentlich einen private Key, um an seine Coins zu gelangen? Also warum muss ich mir diesen nicht mehr aufschreiben? In welchem Zusammenhang stehen private Key und Seed?

BIP 32 und die daraus entstandenen HD-Wallets

Das BIP (Bitcoin Improvement Proposal) ist, wie der Name schon sagt, ein ursprünglich bei Bitcoin entstandenes Designdokument, um Vorschläge im Netzwerk einzureichen. Damit löste Bitcoin das Problem, der fehlenden zentralen Kommunikationsplattform, in der sich die Entwickler nun unterhalten und Vorschläge machen können. Diese BIPs werden dabei nach der Reihenfolge, in der sie erschienen sind, nummeriert.

Öffentliche und private Schlüssel werden grundsätzlich immer paarweise generiert. Das BIP32 löste die Problematik, dass man für jeden neuen public Key auch einen zugehörigen private Key erstellen musste. Viele Nutzer wollten mehr Anonymität beim Verschicken ihrer Bitcoins haben und so mussten sie jedesmal auch einen neuen private Key erstellen, um nicht all zu transparent auf der Blockchain zu agieren. Das war sehr umständlich.

Mit dem BIP32 folgte die Implementierung hierarchisch-deterministischer Wallets (kurz HD-Wallets).

Ein Master Key für all deine Adressen

Durch die HD-Wallets ist nur noch ein Master Key nötig, um viele Adressen zu verwalten. Wie funktioniert das?

Das Schaubild zeigt euch die Generierung der einzelnen private keys ausgehend vom Master Key. Man kann sich das so vorstellen: Ein Master Key erstellt durch einen Algorithmus die einzelnen Keys. Im übertragenen Sinne rechnet man zum Master Key “+1” dazu und erhält einen neuen private Key.

Dadurch ist es jetzt möglich, einmal einen Master Key zu generieren und auf einmal über ganz viele Adressen zum Versenden seiner Bitcoins zu verfügen.

Seeds und das BIP39

Da aber auch das Merken des Master Keys recht umständlich ist, wurden mit dem BIP39 sogenannte Seeds eingeführt.

Seeds sind eine Art Gedächnisstütze (Mnemoniks). Aus einer 2048 Wörter langen Liste kann der Nutzer durch die Auswahl von 24 zufälligen Wörtern in willkürlicher Reihenfolge seinen individuellen Master Key bilden.

Diese Wörterliste findet ihr HIER, sie ist in verschiedenen Sprachen erhältlich.

Wenn ihr nun ein Hardwarewallet wie z.B. einen Ledger nutzt, geht dessen Software per Zufallsgenerator durch diese Liste und gibt euch nacheinander 24 Wörter an, die ihr euch anschließend notieren müsst.

“Aber mit dem Ledger kann man doch auch andere Coins außer Bitcoin verwahren. Wie geht das nun?”

Dazu folgte die Einführung des BIP44.

Was ist denn jetzt BIP44 schon wieder?

Leider konnten mit BIP39 nur Bitcoin und auf Bitcoin basierende Kryptowährungen abgebildet werden. Deshalb führte das Entwicklerteam die Multi-Account hierarchisch-deterministischen Wallets ein. Bekannt unter dem Namen BIP44. Die Pfadstruktur ist wie folgt definiert und basiert auf dem BIP32.

m / purpose' / coin_type' / account' / change / address_index

Dadurch wurde möglich, unterschiedliche Coins mit einem Master Key zu managen.

Mit einem sogenannten Mnemonic Converter hab ihr die Möglichkeit die Funktionsweise des BIP44 zu überprüfen. Geht dazu auf die Seite:”https://iancoleman.io/bip39/” und erstellt über den Button “GENERATE” einen Seed aus 24 zufälligen Wörter.

Daraus bekommt ihr den BIP32 Root Key, der nichts anderes als euer Master Key ist. In den Standardeinstellungen ist der coin_type auf Bitcoin eingestellt. In diesem Fall ist die 3. Stelle der Pfadstruktur gleich “0”.

Ändert ihr den coin_type auf Ethereum, ändert sich der Wert von “0” auf “60”, wie ihr in folgendem Schaubild erkennen könnt.

Wollt ihr über den Mnemonic Converter euren eigenen Seed erstellen, könnt ihr dies über die Offline Version tun.

Den Link dazu findet ihr HIER.
Ihr werdet euch danach auf der offiziellen Github-Seite wiederfinden, die vollständig öffentlich einsehbar ist. So könntet ihr lokal einen Webserver betreiben.

Mit dem Master Key ist es möglich, gefühlt unendlich viele Adressen zu erstellen. Im Mnemonic Converter werden euch alle generierten Adressen aufgelistet. Im folgenden Bild könnt ihr erkennen, wie sich die 6. Stelle in der Pfadstruktur ändert. “m/44’/0’/0’/0’/0” Mit dem address_index=0 ist der Master Key. Alle fortlaufenden Zahlen entsprechen den daraus gebildeten Adressen.

Ob ein Hardware-Wallet, wie Ledger oder eine Sorftware-Wallet wie Exodus – sie alle bezeichnet man also als HD-Wallets – da sie über Seeds euren private Key generieren.

Wenn ihr wissen möchtet, wie man beim Ledger Nano S oder X die sogenannte Passphrase (auch als 25. Wort bezeichnet) aktiviert, kann ich euch folgenden Artikel empfehlen.

Das entsprechende Video von eurem Blocktrainer über “Seeds und HD-Wallets”

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