DeFi ist groß im Kommen.
Gerade die derzeitigen Entwicklungen zeigen wo die Reise hin geht und das DeFi 2020 der Kryptotrendbegriff schlechthin wird.

Was ist DeFi?

DeFi steht für „decentralized finance“ und beschreibt Finanz- und Investmentmöglichkeiten auf Basis von dezentralen Strukturen wie z.B. Ethereum.

Unter diesen Bereich fällt beispielsweise die Tokenisierung, Lending und Loans usw.
Auf diese Punkte gehe ich gleich aber noch genauer ein.

Warum brauchen wir DeFi

Derzeit sind die Strukturen für Investoren sehr steif und geführt von Bürokratie und aufwändigen Prozessen.
Das ist notwendig um Vertrauen zwischen den Parteien zu schaffen.
Gesetze geben diese Vorgehensweise vor um Investoren, aber auch Unternehmen zu schützen.

Weiter sorgen diese festen Strukturen dafür, dass viele Investmentmöglichkeiten nur für „big player“ zur Verfügung stehen.

Wenn ein großes Unternehmen Investoren für eine neue Immobilie sucht, ist das meistens reichen Investoren vorbehalten. Kleine Anleger haben hier fast keine Chance direkt zu investieren.
Zwar funktioniert sowas teilweise über Fonds, ist aber für den Anleger häufig sehr undurchsichtig. Auch ein gezieltes Investieren in eine Immobilie ist mit einem Fond nicht möglich, ob das Geld also gut angelegt ist, liegt in der Hand des Fond-Verwalters.

Tokenisierung

Wie bereits angeführt ist Tokenisierung ein Teilbereich von DeFi und bietet hier erste Lösungsansätze für die gerade genannten Probleme.

Wenn also ein Unternehmen Investoren für eine Immobilie sucht, wäre Tokensierung eine alternative zur klassischen Investorensuche.

So könnte eine Immobilie im Wert von 50 Millionen Euro einfach in Form von 50 Millionen Token abgebildet werden.
Diese Immobilientoken können dann auf Exchanges gehandelt werden und bringen somit das nötige Kapital zum Kauf der Immobilie.

Es gewinnt das Unternehmen, welches nicht aufwändig Investoren suchen muss und auch die Anleger, da jetzt auch Kleinanleger in der Lage sind direkt zu investieren.

Dieses Beispiel können wir auf sämtliche Anlageklassen beziehen. So können extrem teure Aktien wie z.B. die ca. 1600€ Amazonaktie Tokenisiert und in Teilen gehandelt werden.

Weitere Möglichkeiten?

DeFi sind keine Grenzen gesetzt.
Es gibt sehr umfangreiche intelligente Verträge (smart contracts), die sogar sowas wie stable Coins abbilden können, ohne dass jemand eingreifen oder für die Deckung der Coins in USD sorgen muss.
DAI macht vor wie sowas funktioniert:

DAI Stablecoin auf Coinmarketcap
Quelle: https://coinmarketcap.com/currencies/dai/

Darüber hinaus lässt sich jede Anlageklasse und Investmentmöglichkeit die derzeit zentral funktioniert auch dezentral abbilden.

Die richtige Basis

Hier kommen wir wohl zum wichtigsten Punkt der DeFi-Debatte.
Welche Plattform oder eher welches dezentrale Netzwerk ist das richtige für DeFi?

Derzeit führt Ethereum die Spitze der DeFi Produkte an.
Das Netzwerk gilt als sicher und viele Entwickler haben bereits langjährige Erfahrungen mit Ethereum.

Wäre da nicht ein Problem…
Die Skalierung.
Ethereum ist mit etwa 15 Transaktionen pro Sekunde ist für den DeFi Bereich zu langsam.

Ethereum und auch Cardano arbeiten beide an dem Umstieg von Proof of Work (Mining) hin zu Proof of Stake (Staking), wodurch nicht nur deutlich mehr TPS (100.000 und mehr), sondern auch weitere neue Funktionen einzug erhalten.

Projekte wie „DeFi Blockchain“ von Dr. Julian Hosp greifen direkt diesen Ansatz auf.
Ich habe mir zu „DeFi Blockchain“ das gesamte Whitepaper durchgelesen und mir fehlt noch etwas der Anreiz. Ich vertraue persönlich eher einer beständigen Struktur wie Ethereum oder Cardano, als einem neuen sehr spezialisierten Player, der nur den DeFi Sektor bedienen möchte.

Der größte Ethereum DeFi Vorteil

Auch wenn sich viele über Ethereum beschweren, gibt es hier wohl die meisten smart contract Entwickler.
Solidity, die Ethereum Programmiersprache ist dennoch leider sehr unhandlich und muss von jedem Entwickler neu gelernt werden, da diese Sprache (Solidity) nicht aus der herkömmlichen Softwareentwicklung stammt.

Die für mich größte und innovativste Änderung des neuen Ethereum Updates (2.0 Serenity) ist wohl die Ethereum WebAssambly (eWASM), welche die Ethereum Virtual Mashine (EVM) ersetzt und somit die Türen für sämtliche Programmiersprachen öffnet.
Zu dem Thema habe ich bereits ein Video gemacht:

Video zu Ethereum 2.0

Es ist also in Zukunft nicht mehr notwendig, dass ein Entwickler Solidity lernt um Smart Contracts zu bauen, sondern er kann seine favorisierte Programmiersprache verwenden.
Das wird insbesondere im Bereich der Entwicklungen einiges beschleunigen und für viele neue Produkte sorgen.

Cardano und andere

Die konkurrierenden Netzwerke schlafen aber nicht.
Auch Cardano macht große Fortschritte mit dem Shelley Update.
Auch hier ist ähnlich wie bei Ethereum der Umstieg von Proof of Work auf Proof of Stake geplant und ebenfalls soll für die Entwickler einiges einfacher werden.

Die DeFi Chain von Julian Hosp steht ebenfalls in den Startlöchern und setzt sofort auf Proof of Stake, größter Unterschied hier zu den anderen wird wohl zum einen sein, dass der Merkleroot alle 60 Blöcke auf der Bitcoin Blockchain abgelegt wird.
Ansonsten, so entnehme ich dem Whitepaper, versucht man einfache „Tools“ zu bauen, dass man auch ohne große Vorkenntnisse leicht DeFi Contracts aufsetzen kann.
Meine größte Sorge ist hier die Beschränkung auf den DeFi Sektor.
Während Cardano und Ethereum für sämtliche Bereiche genutzt werden können, ist die DeFi-Chain auf einen Bereich begrenzt.

So könnten in Zukunft Brücken zu anderen Bereichen fehlen.

Schlusswort

Für uns als Investoren ist es wohl schwierig zu sagen welcher Basis man sein Vertrauen schenkt.
Alle stecken noch mitten in den Entwicklungen und es ist nicht abzusehen wer langfristig das Rennen macht.
Auch ist die Frage, wo wir investieren wollen.
In die Basis <-> oder in die darauf laufenden DeFi Produkte?

Ich bin sehr gespannt auf das Jahr 2020.
Denn bei einem bin ich mir sicher, DeFi wird groß und wird die gesamte Finanzwelt umkrempeln.

Autor

Roman oder einfach der Blocktrainer :)