Machtstrukturen aufsprengen, freies Geld, Wertespeicher, digitales Gold… das alles sind Eigenschaften, die man dem Bitcoin zuspricht.

Schnell wird aber klar, dass das nicht jedem passen dürfte.
Machtstrukturen aufsprengen?
Was sagen wohl die Mächtigen dazu?

Im Jahr 2017, als Bitcoin das erste Mal die breite Masse erreicht hat, haben wir es erleben dürfen.
Leute wie Jamie Daemon CEO von JPMorgan, haben sich mehrfach öffentlich gegen den Bitcoin geäußert.
Aussagen wie “sollte ein Mitarbeiter von JPMorgan mit Kryptowährungen handeln, wird er gefeuert!” zeigen wie die Mächtigen zum dezentralen Geld stehen.

Auch Warren Buffet und viele andere äußern sich immer wieder sehr negativ über Bitcoin und Co.
Neben einzelnen reichen Persönlichkeiten, zeigen auch Staaten in der Vergangenheit immer wieder Ablehnung für das dezentrale Geld.

Was ist ihr Problem?

Das Problem ist das Dezentrale, eine Eigenschaft, die den Bitcoin unkontrollierbar macht.
Natürlich können die Reichen und Mächtigen selbst Bitcoin kaufen, aber sie würden damit den Bitcoin, die unaufhaltbare Macht erst richtig stärken.

In diesem Heise Beitrag ist beschrieben, wie 1% der reichsten Menschen mehr als 50% des gesamten Geldes der Welt besitzen.

Wenn also die dicken Fische anfangen, Bitcoin zu kaufen, was passiert dann mit dem Preis? Was passiert mit der Adaption?

Sie würden den Bitcoin unbesiegbar machen. Sie würden sich selbst entmachten.
Schon während sie Bitcoin mit ihren gewaltigen Summen kaufen, würden sie sich selbst die Preise so hochtreiben, dass sie kaum noch Bitcoin für ihre FIAT Währungen bekämen.

Ein undenkbarer Zustand!

Die Zerstörung

Wie zerstört man also etwas dezentrales?
Einen Server könnte man abschalten, Millionen Netzwerkteilnehmer aber nicht.
Die derzeit einzige technische Möglichkeit, den Bitcoin nachhaltig zu schaden, wäre eine 51% Attacke.
Doch wie ich bereits in meinem Artikel “Ist Bitcoin zentralisiert?” beschrieben habe, ist das derzeit nahezu unmöglich und wird mit dem neuen Protokoll endgültig kein Risikofaktor mehr sein.

Wenn es also keine technischen Angriffspunkte gibt, was bleibt dann noch?
Zwei Werkzeuge, die seit Jahrhunderten gut funktionieren.
Beeinflussung der Massen und Gesetze!

Beeinflussung der Massen

Können wir es nicht aufhalten, reden wir es eben schlecht!
Immer wieder wird Bitcoin mit Luft verglichen, technisch falsche Aussagen getroffen und sich über die “Krypto-Spinner” öffentlich lustig gemacht.

Selbst bis heute wird berichtet, dass Bitcoin für Terrorismus und andere illegalen Geschäfte genutzt wird.
Dabei wird aber nicht erwähnt, dass die meisten illegalen Geschäfte eigentlich mit dem USD abgewickelt werden.

Tweet von Donald J. Trump, in dem er sich negativ über den Bitcoin äußert.
Quelle: https://twitter.com/realdonaldtrump/status/1149472282584072192?lang=de

Es wird Unsicherheit in den Köpfen der Menschen gesät.
Ihre Angst vor dieser unaufhaltbaren Macht ist zu groß, sie möchten den Menschen einreden, dass Bitcoin schlecht für uns alle ist.
Es werden viele negative und keine positiven Aussagen getroffen.

Gesetze und Regulierungen

Das wohl komplexeste Thema beim Kampf gegen den Bitcoin.

Ein einfaches Verbot, wie den China-Ban in 2017 funktioniert nicht.
So sagte McHenry (US Congress) bei der Libra Anhörung “Bitcoin ist eine unaufhaltbare Macht und die, die versucht haben ihn aufzuhalten, sind gescheitert”

Es muss subtiler und indirekter passieren.
Man muss es schaffen, eine Art “Matrix” um den Bitcoin zu bauen.
Im Kern würde der Bitcoin seine ganzen tollen Eigenschaften behalten, doch in der Realität hätten diese keinen nennenswerten Einfluss mehr.

KYC, das Know Your Customer Verfahren, welches Teil des Geldwäschegesetzes Anti Money Laundering (AML) ist, wäre so ein Mittel.

Wenn sämtliche Transaktionen im Alltag nur über stark Kontrollierte Kanäle laufen, macht die Anonymität der zugrunde liegenden Technik einer Kryptowährungen keinen Sinn mehr.

Was hilft mir die technische Möglichkeit, Bitcoin peer to peer zu versenden, wenn es keine öffentlichen Plattformen ohne KYC gibt, auf denen ich einen Transaktionspartner finden könnte.

Dieser Weg wird derzeit auch in Deutschland durch die BaFin verfolgt. Starke Regulierungen für Custodials und Exchanges sind gefordert und sollen bereits 2020 in Kraft treten.

Nach einem Bericht von Dave Murray (Vice President Financial Integrity Network) sollen 1 Milliarde USD via Bitcoin verwendet worden sein um illegale Bezahlungen durchzuführen.
Der US Kongress fordert darauf, dass man das Bitcoin Mining in den USA verbieten soll.
Anhand von “virtual asset transaction validators” möchte man außerdem mehr Kontrolle über den Geldfluss bei dezentralen Währungen erlangen.

Förderung von Kryptowährungen

Auch hier ist ein Ansatz um freie, dezentrale Technologien zu zerschlagen.
Man nutzt die “nicht freien dezentralen Technologien”.
Hyperledger, Hedera Hashgraph und viele andere dezentrale Technologien, die von wenigen einflussreichen Spielern im Konstrukt beeinflusst und gesteuert werden können, werden genutzt.

So werden Gesetze entworfen, die genau diese Technologien unterstützen und freie Technologien unter Druck setzen.

Fazit

Die Zerstörung des Bitcoin ist im vollen Gange.
Wenn auch die Technik sich nicht zerstören lässt, mit Gesetzen kann man die Nutzung unterbinden.
Zwar hindert es die “freien” Menschen nicht daran, weiterhin den Bitcoin zu verwenden.
Aber eine Massentauglichkeit wäre damit für unbestimmte Zeit nicht denkbar.

Somit stehen wir an einem kritischen Punkt, indem die großen Staaten dieser Welt am Zuge sind und wir abwarten müssen, wie die Rechtslage in Zukunft aussehen wird.

Es bleibt allerdings zu sagen, dass Bitcoin nicht alleine durch seine Anwesenheit, alle Machtstrukturen sprengen wird.
Ich sehe es eher als Werkzeug um dieses Ziel langfristig zu erreichen.

Ein Video mit weiteren Infos zum Thema findet ihr hier:
https://www.youtube.com/watch?v=XHz6fqoxrvI

Autor

Roman oder einfach der Blocktrainer :)